Ein paar Beobachtungen von Ernest Hemingway, William S. Burroughs, Sigmund Freud und Alan Greenspan.
Kennen Sie dies von Ernest Hemingway aus dem Jahre 1935?
„Das erste Wundermittel des schlecht geführten Staates ist die Inflation der Währung, das zweite ist der Krieg. Beide führen zu zeitweiligem Wohlstand, beide führen zu permanentem Ruin. Aber beide sind die Zuflucht von politischen und wirtschaftlichen Opportunisten.“– Ernest Hemingway: Notes on the Next War – A Serious Topical Letter. Esquire, September 1935.
Der Ruin stellt sich allgemein „auf zweierlei Art“ ein, wie es an anderer Stelle bei Hemingway heißt, nämlich:
„Erst allmählich, dann plötzlich.“– Ernest Hemingway: Fiesta – The Sun Also Rises.
Hätten Sie darüber hinaus gewusst, dass es bis heute keine allgemein akzeptierte Theorie zur Entstehung von Inflation gibt? Dies ist in der Tat der Fall, wenn man eine Zentralbank wie die U.S. Federal Reserve anschaut, zu deren Mandat die Preisstabilität gehört.
„Der ehemalige Federal Reserve-Gouverneur Daniel Tarullo … sagte, seine Zentralbank habe keine kohärente Inflationstheorie: ,Der wesentliche Punkt ist, dass wir derzeit keine Theorie der Inflationsdynamik haben, die gut genug funktioniert, um für die Echtzeit-Geldpolitik von Nutzen zu sein.‘ Das ist schon etwas beunruhigend, wenn man bedenkt, dass der Daseinszweck der Fed in der ,geldpolitischen Steuerung in Echtzeit‘ besteht. Das ist in etwa so, als würde man feststellen, dass keiner der beiden Piloten Ihres Fluges weiß, wie man das Flugzeug landet.“– Steve Mann: Notes Toward a Theory of Inflation. Strange Matters.
Bei einer Inflation ist das Phänomen einer geringeren Kaufkraft des Geldes zu beobachten. Zum abnehmenden Wert des Geldes heißt es in einer Passage bei William S. Burroughs:
„Der Spross einer bekannten Bankiersfamilie erzählte mir einmal ein Familiengeheimnis. Wenn ein junger Banker eine bestimmte Stufe der Verantwortung und des Bewusstseins erreicht hat, wird er in einen mit Familienporträts ausgekleideten Raum gebracht, in dessen Mitte sich eine verzierte, vergoldete Toilette befindet. Hierher kommt er jeden Tag, um inmitten der Familienporträts seinen Stuhlgang zu verrichten, bis er begreift, dass Geld Scheiße ist. Und was frisst die Geldmaschine, um es auszuscheißen? Sie frisst die Jugend, die Spontaneität, das Leben, die Schönheit, und vor allem frisst sie die Kreativität. Sie frisst Qualität und scheißt Quantität aus. Es gab eine Zeit, in der die Maschine in Maßen aus einer reichhaltigen Speisekammer aß, und was sie aß, wurde ersetzt. Jetzt frisst die Maschine schneller, viel schneller als das, was sie frisst, ersetzt zu werden vermag. Deshalb ist das Geld von Natur aus immer weniger wert. Die Menschen wollen Geld, um das zu kaufen, was die Maschine frisst, um Geld auszuscheißen. Je mehr die Maschine frisst, desto weniger bleibt übrig. Daher kann man sich von seinem Geld immer weniger kaufen.“– The Job – Interviews with William S. Burroughs.
Um sich gegen Inflation, den Wertverlust des Geldes, abzusichern, kaufen einige Zeitgenossen Gold. Und da ist interessant, mit Blick auf Burroughs‘ Erzählung, dass Sigmund Freud in Charakter und Analerotik (1908) schreibt: „…in der altbabylonischen Lehre ist Gold der Kot der Hölle, Mammon = ilu manman.“
Der soeben verstorbene Ex-Chef der U.S. Federal Reserve, Alan Greenspan, hielt den „Kot der Hölle“ für überlegen vis-à-vis dem Primus unter den Papier-Währungen, dem Dollar: „Gold ist eine Währung. Es ist bei aller Evidenz nach wie vor die führende Währung, mit der keine Fiat-Währung, auch nicht der Dollar, mithalten kann.“ (“Gold is a currency. It is still by all evidences the premier currency where no fiat currency, including the dollar, can match it.“) Siehe hier.
Lassen Sie sich nicht ruinieren, erhalten Sie sich Ihre Jugend und bleiben Sie heiter.